In Marke, Markenkooperation, Weiterbildung

Markenkooperationen werden immer häufiger eingegangen. Doch wie lukrativ ist ein solcher Zusammenschluss wirklich? Was gibt es bei Markenrelaunches zu beachten und wie kommuniziert man die Werte eines guten Weines zu seinen Kunden?

Am 11. April 2019 durften wir uns mit Rotkäppchen Mumm auf Schloss Salem einfinden, um diesen und weiteren Fragen auf den Grund zu gehen.

Programm:

  • 17.30 Uhr Ansprache von Urs E. Gattiker, Vorstand des MC Lago
  • 17.45 Uhr Begrüßung des Gastgebers Bernhard Prinz von Baden
  • 18.00 Uhr Vortrag „Die Zusammenarbeit zwischen Markgraf von Baden und dem Unternehmen Rotkäppchen-Mumm. Praxisbeispiel für die Weiterentwicklung der Marketing-Strategie des Weingutes“ mit Abschlussdiskussion
  • ab 19.00 Uhr Weinprobe und Netzwerken

Unser nächstes Event findet am 16. Mai in der Villa Prym statt. Hier gehts zur Anmeldung! (begrenzte Platzanzahl)

Empfang auf Schloss Salem

Parkanlage Schloss Salem

Auf Schloss Salem angekommen nutzten wir die Gelegenheit, vor der Veranstaltung das Schlossgelände zu erkunden. Wir betraten den Innenhof und waren direkt von der Weitläufigkeit des Geländes beeindruckt. Zum Flanieren angeregt, schlenderten wir an zierlichen Kirschblütenbäumen vorbei, in eines der sorgfältig gestutzten Heckenlabyrinthe.

Wer schon länger keinen Irrgarten mehr durchquert hat oder diesbezüglich Phobien besitzt, dem kann dieses nur empfohlen werden: Es ist nicht zu verwinkelt und beherbergt keinen Minotaurus. Wer sich nach außen orientiert, findet vom Zentrum aus leicht wieder den Weg ans Tageslicht. Der angrenzende Irrgarten war verzweigter, wurde jedoch- vermutlich aus Rücksicht auf Besucher, die pünktlich zu Veranstaltungen müssen – auf Hüfthöhe gestutzt.

Wir verweilten kurz im dortigen Pavillon und gingen mit glühender Begeisterung an mystischen Glasstelen vorbei zur gegenüberliegenden Kunstschmiede, wo Michael Denker gerade Metall auf dem Amboss in Form hämmerte.

Möchten Sie sich ein besseres Bild von unseren Eindrücken des Events machen? Dann sehen Sie sich hierzu unser neuestes Video an, in dem wir ein paar schöne Momente des Tages mit Ihnen teilen:

Als es schließlich Zeit war, sich zur Veranstaltung einzufinden, hatte sich für uns die Anreise bereits voll und ganz gelohnt. Wir liefen an dem erbaulichen Kloster vorbei zum schlosseigenen Weingeschäft, wo im hinteren Teil des Raumes neben einem Torkel, einer riesigen historischen Weinpresse, unsere Veranstaltung stattfand.

Vorträge

Bernhard Prinz von Baden bei seiner Einführung

Nachdem wir uns auf den Sitzplätzen eingefunden hatten, sprach unser Präsident Urs E. Gattiker ein paar einleitende Worte zum Event. Wir durften uns auf eine Begrüßung unseres Gastgebers Bernhard Prinz von Baden und eine Einführung in die Geschichte des Hauses Baden freuen.

Anschließend hielt Stefanie Schieszl ihren Vortrag über die neue Zusammenarbeit zwischen Rotkäppchen Mumm und Markgraf von Baden. Sie ist für das Marketing von Rotkäppchen Mumm zuständig und hatte sich bereits im Vorhinein dazu bereiterklärt, uns drei Fragen zum Thema Markenkooperation und Markenrelaunch zu beantworten, die Sie auf unserem Blog nachlesen können. Vor Ort nahm Urs nun auch die Möglichkeit wahr, Prinz Bernhard ebenfalls drei Fragen zum Thema Weinanbau zu stellen. Dabei ist mir seine erste Antwort auf Urs‘ Einstiegsfrage gleich besonders in Erinnerung geblieben:

Auf die Frage hin, was ihm bei der Arbeit mit und der Herstellung von Wein am meisten Freude macht, antwortete der Prinz, dass es nicht nur der Wein selbst, sondern sein Hintergrund sei, der für ihn von besonderer Bedeutung ist.

Prinz Bernhard von Baden bei der Begrüßung auf Schloss Salem

Hierbei geht es ihm nicht nur um das Terroir. Vielmehr sieht er den Wein nicht nur als Kulturgut, sondern als ein Stück Tradition an, dem eine langjährige, historische Geschichte vorrausgeht. Dieser Wein ist nicht nur ein Genussmittel, sondern ein Fenster in eine traditionsreiche Geschichte, die im Falle des Hauses Baden über neun Jahrhunderte zurückreicht.

Als Prinz Bernhard uns anschließend persönlich begrüßte, begann er seine Einführung mit einer allgemeinen Erkenntnis:

„Die Fähigkeit, strategisch zu entscheiden ist überlebensnotwendig. Ich spreche hierbei im Namen meiner Vorfahren aus einer jahrhundertealten Erfahrung.“

Bernhard Prinz von Baden

Prinz Bernhard beschrieb einige historische Ereignisse, in denen seine Vorfahren weitreichende strategische Entscheidungen treffen mussten, um der eigenen Verantwortung für das Gedeihen des Landes und des Hauses Baden gerecht zu werden.

Das Publikum durfte sich auf einen spannenden Abend freuen.

Die Entwicklung des Weinbaus spielte hierbei eine tragende Rolle. So waren es die badischen Großherzöge, die den Riesling als für die Zukunft wichtige Rebsorte nach Ortenau brachten. Der Riesling gilt heute als die beliebteste Weißweinsorte Deutschlands.

Auch der Müller-Thurgau wurde von Prinz Bernhards Urgroßvater ans deutsche Seeufer gebracht, wo er aufgrund seiner hervorragenden Anpassung an das Bodenseeklima heute noch gedeiht. Die Geschichte des Hauses Baden ist folglich schon jahrhundertelang mit dem Weinbau und der Bodenseeregion verknüpft und hat diese maßgeblich geprägt.

Tradition und Zukunft

Stephanie Schieszl bei ihrem Vortrag zu Markenkooperation und Markenrelaunch

Nach Prinz Bernhards Einführung stellte uns Stephanie Schieszl die Strategien und Ideen vor, mit denen sie die Markenkooperation mit dem Haus Baden angegangen sind. Rotkäppchen Mumm blickt auf eine zwar nicht ganz so lange, aber ebenfalls stolze Familientradition zurück. Seit bereits 180 Jahren gibt es das Unternehmen, das nach der Wende vor dem Bankrott stand, aber mittlerweile zum Marktführer im Bereich Sekt und Spirituousen geworden ist.

Diese Erfolgsgeschichte ist einzigartig im deutschen Einzelhandel und dem Bestreben zu verdanken, langfristig zu denken und mit Blick in die nächste Generation nachhaltig zu handeln.

Joint Venture

Bei einem erfolgreichen Joint Venture geht es darum, einen Partner zu finden, der dieselben Werte besitzt und gleichzeitig über Kompetenzen verfügt, die sich mit den eigenen ergänzen. Werte wie Nachhaltigkeit und langfristige Sichtweise in einem traditionellen Familienunternehmen wie Rotkäppchen Mumm entsprechen denen des Hauses Baden, beide besitzen eine Tradition als Familienunternehmen, das mit Leidenschaft agiert.

Die lange Weinbautradition in bester Lage ergänzt sich dabei hervorragend mit der Markenkompetenz und dem Vertriebs-Know-How von Rotkäppchen Mumm.

Im September 2017 haben beide zusammengefunden und ihr Joint Venture mit dem Ziel begründet, ihre Kompetenzen optimal zu nutzen, Produktion und Vermarktung der hochwertigen deutschen Weine voranzutreiben und die Marke des Hauses Baden national und international weiter auszubauen.

MCLago Präsident Urs E. Gattiker im Gespräch mit Stephanie Schieszl

Brandbuilding

Um eine starke Markenwirkung aufzubauen, muss man das Markenempfinden des Konsumenten verstehen. Genaue Zielgruppendefinierung und ein Verständnis davon, wie der Verbraucher denkt, was seine Bedürfnisse sind und zu welchen Anlässen er den Wein kaufen möchte, sind von enormer Wichtigkeit.

Nachdem diese Informationen gesammelt und detailliertes Verbraucherverständnis gewonnen wurde, folgt die Marktforschung. Wie haben sich die Trends über die letzten Jahre hin entwickelt und wie kann man den unique selling point der eigenen Marke auf dem Markt positionieren? Daraufhin folgt die Entscheidung, wie und wo das Produkt vertrieben werden soll.

Was zeichnet einen erfolgreichen Relaunch aus?

Bei dieser Positionierungsarbeit muss der Markenkern gewahrt werden und einen zentralen Stellenwert einnehmen, um der Marke Auftrieb zu verleihen. Die anschließende Positionierung baut erst darauf auf.

Gleichzeitig muss an manchen Stellen jedoch auch Mut bewiesen werden und die Bereitschaft da sein, Dinge zu verändern. Dieser schmale Grat zwischen Traditionstreue und Innovation mündet in einer Positionierungspyramide. Diese hat zum Ziel, die Weinmarke Markgraf von Baden als Wegbereiter Badischer Weinkultur noch deutlicher nach außen zu kommunizieren.

Sophie von Baden ziert die neue Werbung

Neues Branding, neues Design

Hierbei sollte auch die lange Unternehmensgeschichte des Hauses Baden noch mehr in den Mittelpunkt gestellt werden, was vor allem durch neue, innovative Etiketten optisch hervorgehoben wurde. Das der Etikettierung hierbei zugrunde liegende Motto lautete „Flaschenpost“.

Anstelle eines einheitlichen Etiketts wurden die Flaschen mit kleineren Einzeletiketts in Briefmarkenform versehen, die eines nach dem anderen auf die Flaschen geklebt werden.

Die Lage, aus denen die Weine stammen, werden optisch hervorgehoben und je nach Sorte finden hier Illustrationen verschiedener Schlösser und Burgen des Hauses Baden oder berühmte Vorfahren Einzug auf des neue Flaschenetikett. Bei dieser Etikettierung handelt es sich um eine einzigartige Fertigungstechnik, die es so weder in der deutschen, noch in der internationalen Weinlandschaft gibt.

Die neue Etikettierung des Weines

Das einzigartige Briefmarkendesign macht die Weinsorten zum „Botschafter“ der Geschichte und jede Weinflasche wird optisch zum Kunstwerk.

Die Flaschen dienen nichtmehr nur dazu, getrunken zu werden, denn wenn man das komplette Sortiment sieht, möchte man sie fast aufheben und als dekorative Gegenstände sammeln. Die gesamte Reihe gibt es nun auch auf der Webseite der Marke zu bestaunen, wobei einige der neu etikettierten Sorten bereits ausverkauft sind.

Bei der anschließenden Weinprobe durften die Gäste sich persönlich von der Qualität überzeugen

Fazit

Die geladenen Gäste unterhielten sich nach der Präsentation angeregt und ließen den Abend bei der anschließenden Weinprobe ausklingen. Als wir schließlich selbst den Weg zurück zur Meersburger Fähre antraten, waren wir einvernehmlich der Meinung, dass der Abend rundum gelungen war. Die Schlossanlage selbst ist immer einen Besuch wert und ich werde mich diesen Sommer mit Sicherheit selbst noch einige Male dort aufhalten. Für die Weinkenner unter Ihnen, die sich bereits für Qualitätswein aus der Region begeistern oder neugierig geworden sind: Die verschiedenen Weinsorten sind jetzt nicht nur im schlosseigenen Weinladen zu haben, sondern auch online erhältlich und nur zu empfehlen.

Sind Sie an weiteren Veranstaltungen unseres Clubs interessiert? Wir laden Sie herzlich zu unserer Mitgliederversammlung mit Impulsreferat in der Villa Prym ein, wo Sie alles über unsere zukünftigen Projekte erfahren: Melden Sie sich hier an, die Platzanzahl ist begrenzt!

Was ist Ihre Meinung?

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  • Interessieren Sie sich für das Thema Markenkooperationen?
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Showing 2 comments
  • Sören Appel
    Sören Appel
    Antworten

    Liebe Desirée,
    danke für den Beitrag.
    Ein weiteres Highlight Event des MC Lago. Vielen Dank, dass dies möglich war.

    Bei den Vorträgen zum joint venture hat man gemerkt, dass sich bei der Kooperation Profis zusammengetan haben. Das Markenkonzept ist aus meiner Sicht stimmig und hat trotzdem die Identität des Badischen Traditionsweins des Markgrafen nicht verschwinden lassen. Die Designs der neuen Flaschenlogos ist sehr gelungen und trifft den Zahn der Zeit. Gerade auch das Werbeplakat in dem die Dame ein Selfie vor einem Spiegel zu machen scheint, finde ich äusserst gelungen.
    Bei den Vorträgen hat man rausgehört, dass sowohl die Prinzen von Baden auch als das Unternehmen Rotkäppchen-Mumm zufrieden mit Ihrer Arbeit sind und sichtlich stolz berichten können, was sie in den letzten Jahren ausgetüftelt haben. Aus meiner Sicht war dies jedoch ein richtiger Schritt und eine win-win-situation für beide. Die Vorzeichen stehen zumindest einmal gut.

    Danke an das MC Lago Team für die Organisation eines solchen tollen Events.

    Auch die Gespräche nach den Vorträgen waren sehr interessant. Ich freue mich schon auf das nächste Event.
    Liebe Grüsse
    Sören

    • Desirée Graf
      Desirée Graf
      Antworten

      Lieber Sören,

      danke für deinen Kommentar, das war in der Tat ein Highlight Event! Die Zusammenarbeit zwischen Rotkäppchen-Mumm und Markgraf von Baden ist ein hervorragendes Beispiel für ein gelungenes Joint Venture, bei dem beide Marken hervorragend voneinander profitieren können.
      Die neue Etikettierung ist einzigartig und modern und das Selfie-Werbeplakat finde ich auch sehr gelungen.
      Beide Vorträge waren sehr informativ und man hat auch in der Abschlussdiskussion gemerkt, dass die Gäste sich sehr interessiert mit dem Thema auseinander gesetzt haben und fasziniert waren.
      Ich freue mich schon auf die nächsten Events unseres Clubs in schöner Atmosphäre!

      Viele Grüße,
      Desirée

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