In Weiterbildung

In unserem letzten Beitrag sprach Lea Theresa Riether, DMV-Botschafterin und Produkt Managerin bei Rausch AG, genau diese Frage zum Thema Marketing und Ethik an und erklärte:

Modernes Marketing bedingt einen Wertgedanken, eine Wertekommunikation und stellt den Kunden als Menschen in den Mittelpunkt.

Lea Theresa Riether

In unserem Event am 30.01.2020 hat sie sich näher mit diesem Thema befasst, um Ethik im Marketingbereich einzuordnen. Es gab interessante Informationen von unserer Referentin, die für spannende Diskussionen sorgten. Hier könnt ihr einige der Schaubilder aus ihrer Präsentation sehen:

Was ist heute noch wichtig?

Der Hauptfokus im Marketing hat sich in den letzten Jahren stark in Richtung Mensch entwickelt. Unternehmen orientieren sich in erster Linie an den Bedürfnissen ihrer Kunden, anstatt ihnen von sich aus Angebote zu machen. Leider ist es dabei schwierig alle Anforderungen zu erfüllen, wenn man z.B. gute Qualität und niedrige Kosten verbinden möchte – zwei der stärksten Kundenwünsche.

Die Frage, die wir im Detail diskutiert haben war diese: Wie echt ist das Ganze? Gibt es eine Veränderung zugunsten der ethischen Fragestellungen, die nicht nur dem „Trend“ folgt, sondern auch aus Überzeugung geschieht?

Diese Frage konnten wir nicht eindeutig beantworten. Auffällig war, dass wir den großen Konzernen mehr Misstrauen entgegenbrachten. Edeka, IKEA, (mehr Infos unten) etc. konnten wir keine Änderung der Moral zusprechen, einzig die Orientierung am Kunden, die immer mehr Nachhaltigkeit verlangen.

See Ausblick aus der Villa Prym
Seeblick aus der Villa Prym in Konstanz

Wie funktioniert eine gute Nachhaltigkeitsstrategie?

Erst kürzlich erntete das Lebensmittelunternehmen Edeka Baur starke Kritik gegen seine neue „niedrigster Preis“-Kampagne. Durch sie fühlten sich viele Bauern und Landwirte gering geschätzt und die Problematik der Niedrigpreise für die Bauern wurde außer Acht gelassen.

Natürlich sind Nachhaltigkeit und Ethik im Marketing zentrale Themen. In den Diskussionen unseres Events wurde viel über gute Nachhaltigkeitsstrategien gesprochen. Dabei war ein Beispiel IKEA: Der Konzern bietet den Kunden eine Recycling-Methode an, welche dem eigenen Konzern zugute kommt. Man kann alte Möbel zurückbringen, welche dann von IKEA selbst recycelt werden. Z.B. bestehen die bekannten IKEA-Regale nun aus denselben alten recycelten Regalen und sind auch noch stabiler als die alten.

Ein weiteres Beispiel war der immense Plastikverbrauch bei Lebensmitteln. Die altbekannten Gurken in einer Plastikhülle gibt es im Lebensmittelladen nicht mehr zu finden. Das ist doch gut oder? Es wurde bei den Diskussionen spekuliert, dass die Gurken bei Ankunft im Laden von der Plastikhülle befreit werden. Der Grund ist die Nachhaltigkeit, allerdings nicht als ein ethisches Prinzip, sondern als (scheinbare) Erfüllung von Kundenwünschen. Auf der anderen Seite würden die Gurken den Transport ohne die schützende Hülle nicht schaffen, was zu einer großen Lebensmittelverschwendung führt.

  • Denken Sie, dass Nachhaltigkeit und Ethik sich im Marketing einfach zusammenfügen lassen?
  • Kennen Sie noch andere Probleme, wenn man Nachhaltigkeit im Unternehmen umsetzen möchte?
  • Kennen Sie Ethik- und Nachhaltigkeitsstrategien, die sich bewährt haben?

Lassen Sie uns Ihre Meinung und Erfahrung wissen! Wir sind gespannt, was Sie von dem Thema halten!

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Showing 5 comments
  • Patrizia Sinistra
    Patrizia Sinistra
    Antworten

    Bei den Gurken frage ich mich, was das für ein turbulenter Transport sein muss und wie nachhaltig dieser Transport (wahrscheinlich von nicht-regionalen Gurken) ist. Regionale Gurken sollten eine Fahrt von 1-2 Stunden doch auch ohne den minimalen Plastikpanzer überstehen, oder nicht?

    Bio-Siegel sind sehr häufig auch nur Marketing-Strategien und haben weniger mit Nachhaltigkeit zu tun und mehr mit der Erfüllung der Kundenwunsche, dass alles Bio sein muss. Unternehmen können Produkte teilweise doppelt so teuer verkaufen. Fakt ist aber, dass je nach Bio-Siegel nur ein gewisser Prozentsatz tatsächlich „Bio“ sein muss. Als ich kürzlich eine Bio-zertifizierte Packung getrocknete Aprikosen gekauft habe, fiel mir das wieder ein, da ich auf eine Hand voll davon allergisch reagierte, auf den Rest aber nicht. Ich reagiere auf ein einige Sorten Aprikosen leicht allergisch, auf andere nicht – es waren also mindestens 2 verschiedene Sorten in der Packung…

    Es gibt sicher viele Lücken in Sachen Nachhaltigkeit, die von einigen Unternehmen profitsteigernd sicher voll ausgenutzt werden.

    • Alexandra Gorzen
      Alexandra Gorzen
      Antworten

      Hallo Patrizia,
      Ja tatsächlich ist das bei den Gurken eine Frage der Zeit. Würde man regionale Gurken nehmen, hätte man dieses Problem nicht!
      Das mit den Aprikosen überrascht mich sehr und ich hätte das tatsächlich nicht gedacht, dass die Industrie da so wenig Wert darauflegt. Aber naja, da wären wir wieder bei der Frage nach dem moralischen Wandel…
      Liebe Grüße
      Alex

  • Avatar
    Corina Rieflin
    Antworten

    Ethik in der Werbung ist eine sehr spannende Diskussion – die auch noch lange nicht zu Ende ist. Ich würde mich freuen, wenn wir sie gemeinsam fortsetzen können.

    • Alexandra Gorzen
      Alexandra Gorzen
      Antworten

      Hallo Corina,
      da stimme ich dir zu. Gerade weil viele Unternehmen sich schwer tun, alles „aus vollem Herzen“ umzustellen, gibt es noch viel Gesprächs- und Diskussionsbedarf. Siehe den Kommentar von Patrizia über die Aprikosen. Da ist definitiv noch Luft nach oben!
      Liebe Grüße
      Alex

  • Avatar
    Antworten

    Liebe Alex
    Die Präsentation von Lea fand ich sehr interessant weil es darauf hinweist wie schwierig es ist die Dinge unter einen Hut zu bringen.
    Gewinn machen und Nachhaltigkeit/Energie sparen usw. ist schwierig.

    Mein Gemüsehändler bringt es auf den Punkt:

    „Urs, das Beste ist ein Gesetz das sagt, jeder Plastiksack kostet dich 50 Rappen/Cents, usw. Nur so lassen sich meine Kunden rasch überzeugen ihr Verhalten anzupassen. Wenn die Kundin auf dem Kassenzettel sieht, was es kostet sich nicht umweltfreundlich zu verhalten, dann ändern wir unser verhalten. Der Geldbeutel spielt hier eine wichtige Rolle.“

    Ob das die Gäste am WEF hindert sich mit Limousinen chauffieren zu lassen wenn es pro Trip innerhalb von Davos z.B. CHF 244.85 kostet – das man dem Fahrer nur mit Bargeld bezahlen kann (weder Bitcoins noch Credit/Debit Cards) – weiss ich nicht. Doch vielleicht sollten wir es am WEF 2021 einfach testen, dann fahren auch die Politiker im Bus wie die MC Lago Mitglieder am WEF 2020:
    https://mclago.com/branding-image-klimaschutz/
    Urs
    #drkpi

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