In Weiterbildung

Dieses Interview wurde schriftlich geführt.

Christian Meyer verantwortet als Senior Media Manager Europe und Head of Digital bei der zur Unternehmensgruppe Theo Müller S.e.c.s. gehörenden Müller Media & Service AG einen rund 100 Millionen Euro schweren Werbeetat.

Christian ist überzeugt, dass man grosse Zielgruppen weiterhin am besten über Werbung im TV erreichen kann.

95 Prozent des Budgets steckt Müllermilch in TV Werbung.

Das erste Mal machte Christian Meyer (MCLago Gründungsmitglied und Beirat) auf sich aufmerksam, in seinem offenen Brief an Agenturen und Vermarkter.

Darin fühlte er sich von der Dmexco und vom „selbstverliebten“ deutschen Digitalzirkus ein wenig genervt.

Zu diesem Thema – Müllermilch und Dmexco 2017 – gab es dann auf dem MrWom (Mark Leinemann, #MCLago Gründungsmitglied) zum Thema einen sehr interessanten Blogeintrag mit Leserkommentaren.

Heute werden wir von Daten und Eindrücken überschwemmt. Hier ein Beispiel:

  • 4.6 GByte (1 GB = 1’048’576 Kilobytes) von Informationen erreichen pro Stunde das menschliche Sensorium; ABER NUR
  • 25 KByte kann unser menschliche Gehirn, laut Lutz Jäncke (Neuropschologe),  pro Stunde verarbeiten; UND NUR
  • 1 EIN Zweihunderttausendstel von 4.6 GByte, was unser Sensorium in dieser Zeitspanne erreicht, kann also vom menschlichen Sensorium verarbeitet werden !

Jäncke, L. (4. Okt, 2015), Umschrieben von Gordana Mijuk in Stecker raus. NZZ am Sonntag, Sektion Gesellschaft, S. 14-19/S17.

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Hiere unsere Fragen an Christian Meyer.

1. – Auch im Fernsehen wird der Kunde/Zuschauer über das interaktive Fernsehen immer mehr eingebunden. Was könnte das in Zukunft für Fernsehwerbung bedeuten.

Interaktive Werbung in TV spielt unter Reichweitenaspekten derzeit kaum eine Rolle. TV funktioniert immer noch weitestgehend als Lean-back-Medium. Studien zur Second Screen Nutzung zeigen, dass kaum ein Zusammenhang zwischen Second Screen und TV Inhalten besteht.

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Bedeutender sind dagegen die Veränderungen der TV Reichweiten getrieben durch die zunehmende Fragmentierung und auf den Markt drängender Bezahlanbieter wie Netflix. Darauf müssen Medienhäuser eine Antwort finden und das wird die Anforderungen an die Planung zukünftig deutlich erhöhen.

2. Auch im B2B beißen sich Unternehmen die Zähne in den sozialen Medien aus. Was könnte man im B2B aus deinen Erfahrungen im B2C Bereich mitnehmen?

Aus Konsumentensicht scheint es kein großes Interesse an der Interaktion mit Marken zu geben:

Nach Forrester beträgt die durchschnittliche Interaktionsrate auf Facebook 0,073% – siehe Artikel von Forrester hier (ist nicht mehr Online).

Uns stellt das nicht zufrieden und zeigt, wie schwer es ist, dauerhaft für Konsumenten relevante Inhalte zu generieren.

Zudem sind die meisten sozialen Medienkanäle mittlerweile weitestgehend Paid-Kanäle, womit sie mit allen anderen Plattformen konkurrieren, auf denen ich Display- oder Videoadvertising betreiben kann.

Neben dem Einsatz als Advertising Plattform werden Soziale Medien zudem häufig als Ergänzung bestehender Customer Care Kanäle eingesetzt. Wenn das unter Kosten-Nutzen-Aspekten sinnvoll ist, spricht nichts dagegen.

Christian Meyer, Müller Management AG. Vortrag beim #MCLago am 12. Mai, 2017. Ort: Bodenseeforum / IHK Konstanz.

Christian Meyer, Müller Management AG. Vortrag beim #MCLago am 12. Mai, 2017. Ort: Bodenseeforum / IHK Konstanz.

3. Was für eine Überraschung könnte uns in den nächsten 5 Jahren im Marketing erwarten? Rückbesinnung auf alte Medien? Print,…

Die Überraschung ist eher, wie viel Budget in digitalen Kanälen eingesetzt wird:

Die großen Massenmedien sind nach wie vor bemerkenswert stabil. Der Nielsen Total Audience Report Q2 2016 für die USA, weist darauf hin, das:

  • 93% aller Bewegtbildinhalte wurden in den USA in der Zielgruppe 18+ auf einem TV Screen konsumiert
  • 83% sind es bei den 18-24 Jährigen

Und ja, wenn man eine junge Zielgruppe hat, dann sollte man das im Auge behalten.

Dennoch kann man zusammenfassen, dass heute – und wir machen ja unsere Mediapläne für heute – TV selbst bei den häufig angeführten „jungen“ das mit Abstand meist genutzte Bewegtbildmedium ist.

Ob das immer so bleibt wird sich zeigen. Für den Moment sind die Daten aber sehr klar.

Herzlichen Dank für diese Antworten von Michael Meyer – Weitere Infos unten

Lesenswert

Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit

Quelle: Müller Milch beim #MCLago zu Gast

Aber was uns natürlich brennend interessieren würde wäre Ihre Meinung:

  • Sind Sie oder Du schon Mitglied beim Marketing Club Lago?
  • Welche Art von Werbung bevorzugen Sie für Ihr Unternehmen (TV, Print, Digital, Kombination)?
  • Wie messen Sie den Erfolg Ihrer Kampagnen – #KPI, Kennzahl, usw.?
  • Welche Frage haben Sie an Christian Müller?

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar, den wir natürlich beantworten werden.

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Showing 2 comments
  • Digital Know-How Mensch
    Antworten

    Interessante Antworten.
    Habe gerade vor einigen Tagen auch diesen Tweet gesehen:
    https://twitter.com/wuv/status/856815948669612032

    Da stellte sich bei mir die Frage: Was ist den nun die kritische Auseinandersetzung mit den digitalen Medien?

    Das Müllermilch die digitale Medien Klaviatur bewusst oder unbewusst nicht wie ein Virtuose spielt ist offensichtlich => siehe Hashtag #muellermilch

    Da sind sie aber in guter Gesellschaft, denn auch die #dmexco Veranstalter verstehen es nicht sehr gut mit der „digitalen Tonleiter.“ Und die behaupten ja sie seien Profis auf diesem Gebiet?

    Frage: Müsste man da nicht schon heute ein wenig üben mit der digital Klaviatur? Anders ausgedrückt, wenn dann die Wende hier sein sollte (siehe die oben erwähnten US Trends), ist man dann bereit im digital Bereich erfolgreich zu sein in Sachen Video-Streaming, YouTube, Print, usw.

    • Antworten

      Lieber Digital Know-How Mensch

      Danke für diesen Kommentar. Tönt natürlich interessant und ich bin gespannt wie Christian auf Ihre Frage oben antworten wird.

      Es stimmt sicher, dass für bestimmte B2C Produkte der Nutzen den diese aus den digitalen Medien heraus erhalten nicht immer zufriedenstellend sein mag (z.B. KitKat.

      Aber für andere Hersteller von Konsumgütern scheint die Nutzung von digital Kanälen für Content Marketing inklusive Werbung einen ansprechenden ROI zu generieren, wie z.B.:

      A – #Red Bull auf Twitter,
      B – #RedBull auf Instagram.

      Natürlich, vielleicht möchte man die eher selbstverliebten Nutzer von Instagram oder Facebook (siehe Ergebnisse einer Studie unten) nicht erreichen.
      Wenn dem so ist, dann bespielt man diese Kanäle vielleicht bewusst nicht.

      Mir scheint, ob man die digitalen Kanäle bespielt (z.B. extensiv, selten, usw.) oder eben überhaupt nicht, folgt sicherlich aus einer Analyse heraus. Da werden die Opportunitätskosten wie auch das Risiko mit einbezogen und anhand der Daten dann entschieden was wohl am Besten ist für das Unternehmen.

      Müssen wir davon ausgehen, dass MüllerMilch das genau analysiert hat und deshalb die Entscheidung traf, diese digitalen Kanäle nicht zu nutzen?

      STUDIE ÜBER SELBSTVERLIEBTE NUTZER VON SOCIAL NETWORKS
      Tweet ist hier: https://twitter.com/WhitePapers/status/856810231212494850
      Studie hier: https://www.researchgate.net/publication/313452923_Narcissism_and_Social_Networking_Behavior_A_Meta-Analysis

      Selbstverliebte Nutzer: Sind dies unsere Kunden?  Wenn nicht, muessen wir dann diese Klaviatur beherrschen?

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